Sein Lauf-Abenteuer begann er spontan, aber konsequent legt er immer größere Strecken zurück. Jacek Zieliński spricht mit Marcin Długosz, einem Bewohner von Września und Läufer von Night Runners

Deine Geschichte vom Laufen ist nicht lang, aber ziemlich intensiv. Was hat dich dazu gebracht, regelmäßig zu laufen?
Ich habe mit dem Laufen recht spontan angefangen, ohne einen konkreten Plan. Nachdem ich einen Lauf absolviert habe, kamen Ideen für den nächsten. Regelmäßige Trainingseinheiten haben im Februar 2014 begonnen, als die Gruppe Night Runners in Września gegründet wurde. Mein Ziel war es, sich für einen Lauf vorzubereiten, der für Ende April in Września geplant war. Anfangs haben wir uns donnerstags zum Training getroffen, später ebenfalls montags. Später bin ich auch in Nekla und Pyzdry an den Start gegangen, und das war der Anfang des Abenteuers.

Wie kam es dazu, dass du die Laufgruppe Night Runners in Września gegründet hast?
Ich habe im Frühstücksfernsehen eine Sendung geschaut, in der Tomasz Makowski aus Poznań (Posen) von den Anfängen von Night Runners erzählt hat, und bin auf die Idee gekommen, eine ähnliche Gruppe in Września zu gründen. Ich habe darüber einen Post bei Facebook veröffentlicht, und bereits beim ersten Treffen waren 20 Leute da. Die Idee kam gut an.

Abends zu laufen ist eine sehr originelle Idee. Aber ich vermute, dass das Laufen in der Nacht – nach der Arbeit – ebenfalls dabei hilft, Sport und alltägliche Pflichten miteinander in Einklang zu bringen. Während des Tages ist dies schwieriger. Habe ich Recht?
Ja, es ist einfacher, abends freie Zeit aufzubringen. Jedoch ist Laufen meine Leidenschaft, und daher plane ich alle Dinge so, dass ich diese Zeit immer habe. Die Tageszeit ist eine Frage der individuellen Wahl und einer guten Organisation.

Lass uns zu deiner Lauf-Karriere zurückkehren… Die ersten Auftritte bei offiziellen Wettbewerben waren nicht gerade beeindruckend.
Das stimmt. Ich bin das erste Mal 2013 beim Wettbewerb Bieg Kosynierów an den Start gegangen. Ich erinnere mich daran, dass das Ergebnis nicht gut war. Der Erfolg kam erst mit der Zeit.

Immer längere Strecken zurückzulegen ist eine große Herausforderung sowie ein Ziel für viele Läufer. Was bringt dich dazu, die Grenzen deiner Möglichkeiten auszuweiten?
Beim Sport geht es immer um den Wunsch nach Verbesserung sowie um das Festsetzen neuer Ziele. Nach 3-4 Monaten regelmäßiger Trainingseinheiten habe ich den Entschluss gefasst, keine längeren Läufe als 10 km zu absolvieren. Aber der Appetit kommt beim Essen, und ich habe mich für den Halbmarathon in Gniezno (Gnesen) angemeldet. Danach war die Zeit für den Marathon in Poznań reif. Stand jetzt habe ich an diesem Punkt angehalten, ich plane keine Starts bei längeren Strecken. Ich konzentriere mich darauf, meine Ergebnisse zu verbessern.

Du bist schon an einem solchen Punkt angelangt, bei dem es immer schwieriger ist, neue persönliche Bestleistungen aufzustellen. Wie findet man die Motivation für die nächste Trainingseinheit?
Das stimmt, die Verbesserung meiner Bestleistungen ist eine immer schwierigere Aufgabe. Man muss trainieren, sich auf die Arbeit konzentrieren, sein Ding machen und geduldig auf Ergebnisse warten. Bislang fehlt es nicht an Motivation, und es gibt viel zu verbessern.

Was ist dein Ziel?
Mein Ziel ist es, so lange neue Grenzen zu durchbrechen, wie dies nur möglich sein wird. Jeder hat sein Ziel beim Laufen und eine Grenze, die er durchbrechen möchte. Dieses Jahr werde ich versuchen, einen Marathon unter 2:45 Stunden zu laufen.

Du hast erst einige Jahre Erfahrung mit dem Laufen, aber du schaffst es, deine Ergebnisse zu verbessern und – was besonders wichtig ist – schwere Verletzungen zu vermeiden. Gibt es ein Rezept für vernünftiges Laufen?
Das ist ein großer Verdienst meines Trainers, Roman Borkiewicz. Dank ihm und seinen Trainingsplänen vermeide ich Verletzungen. Gibt es ein Rezept dafür? Außer dem Laufen an sich sind ebenfalls allgemeines Zusatztraining und Lebensmittelergänzungspräparate wichtig. Man muss natürlich stets daran denken, es mit den Teilnahmen nicht zu übertreiben und die Belastung sehr behutsam steigern. Ich trainiere 6 Tage die Woche, etwa 2 Stunden pro Tag. Außer dem Laufen ist Zusatztraining natürlich Pflicht. Im Winter verbringe ich viel Zeit beim Training in der Halle.

Was ist der größte Lauferfolg für dich?
Erfolge sind Fortschritte beim Training und immer bessere Ergebnisse bei Wettbewerben. Das ist der Zusammenarbeit mit dem Trainer zu verdanken, der den Trainings- und Wettkampfplan festlegt. Aber das ist nicht alles. Mein Erfolg ist ebenfalls die Zugehörigkeit zur Läufer-Community. Ich lernen fantastische Leute kennen und bin der Ansicht, dass dies noch wichtiger ist als die Zeit beim Zieleinlauf.

Ist Laufen eine teure Sportart? Lass uns allen Anfängern sagen, wie sie ihr Laufabenteuer starten?
Um zu Laufen, braucht man nicht viel Geld. Eigentlich reicht es, gute Schuhe zu kaufen. Wenn man es mit der Anzahl der Wettkampfteilnahmen nicht übertreibt, kann man getrost sagen, dass Laufen ein sehr kostengünstiger Sport ist. Wie sollte man anfangen? Am schwierigsten ist der erste Schritt. Ich empfehle, in der Gruppe zu laufen und lade jeden Montag und Donnerstag zu Night Runners ein, am Stausee Lipówka in Września. Das Laufen in der Gruppe wirkt sehr motivierend, und deswegen ist es einfacher, eigene Schwächen zu überwinden.

Marcin Długosz – persönliche Bestleistungen:
5 km – 17:14 (City Trail Poznań 2017)
10 km – 35:49 (Bieg Kosynierów Września 2017)
Halbmarathon – 1:19:31 (Półmaraton Szpot Swarzędz 2017)
Marathon – 2:54:49 (Poznań Maraton 2016)

Night Runners – eine Laufgruppe, die von Tomasz Makowski in Poznań gegründet wurde. Die Teilnehmer laufen nachts – überwiegend am Abend, nach Einbruch der Dunkelheit – und tragen grelle Shirts. Night Runners entwickelt sich weiterhin; es entstehen neue „Abteilungen” in ganz Polen – ebenfalls in Września.