Weniger essen und mehr Bewegung. Dies scheint, der einfachste Weg, um erfolgreich abzunehmen. Man kann jedoch in eine Falle geraten, weil der Gewichtsverlust und das Erhalten der Gesundheit von uns etwas mehr verlangen . Wie soll man es schaffen, klug und gesund abzunehmen?

 

Man könne davon ausgehen, dass Essenseinschränkung und  körperliche Aktivität mit erhöhter Intensität ein guter Weg ist, um Gewicht zu verlieren. Funktioniert das? Ja und nein. Es passiert oft, dass wir nach mehrwöchigem Hungern, unüberlegter Einschränkung und Ausschalten von vielen, hochwertigen Lebensmitteln, Foltern im Bodybuildingcenter, Trinken von Wasser in großen Mengen auf die Waage mit der Hoffnung steigen, das Wunschgewicht zu sehen. Das Gewicht aber steigt an oder bleibt fast unverändert, statt zu senken.

Was ist schief gelaufen? Wir dürfen eines nicht vergessen: Für körperliche Anstrengung haben wir keine Kraft mehr, wenn unser Organismus keine Unterstützung bekommt. Damit unser Organismus richtig funktionieren kann, sind Harmonie, Gleichgewicht, Abwechslung und ein richtiges Verhältnis zwischen der Nahrungsenergieaufnahme und dem Energieverbrauch erforderlich.

Die von Kalorien gelieferte Energie ist natürlich kein einziger Bestandteil der ausgewogenen Ernährung. Es ist sehr wichtig, dem Organismus eine entsprechende Menge von Makro- und Mikroelementen zuzuführen. Das können wir nur dann tun, indem wir uns richtig ernähren, wenn unsere tägliche Diät den Bedürfnissen unseres Organismus optimal angepasst ist und alle unentbehrlichen Nährstoffe enthält.

Wenn wir die Menge der eingenommenen Kalorien bereits reduziert (unserer Meinung nach gab es diese zu viel) und die Menge der verbrannten erhöht haben, warum bleibt das Gewicht trotzdem unverändert. Die Antwort darauf ist ganz einfach. Unser Organismus wurde, gegen dessen Willen und Natur, der Gefahr ausgesetzt. Wir haben den Organismus gezwungen, nicht nur mehr Energie zu verbrauchen, sondern auch ihm die natürliche Energiequelle, d.h. Nahrung, weggenommen.

Wozu führt das? Wenn wir bei erhöhter körperlichen Aktivität und gleichzeitig dauerhaftem Mangel an Energie (kalorienarme Diät) zu wenig Kalorien aufnehmen, fängt unser Organismus an, sich gegen „arbeitsaufwändige“ Tätigkeiten und  Wechsel zu verteidigen. Statt das Fettgewebe zu verbrennen, greift er lieber auf die Muskelmasse zurück (und baut sie dabei ganz schnell ab). Auf diese Weise versucht der Organismus, die Krisensituation zu verkraften.

Ähnliches passiert, wenn unrichtige Mengen von Makroelementen (d.h. Proteine, Fette und Kohlenhydrate) aufgenommen werden. In diesem Fall aktivieren sich auch Abwehrmechanismen unseres Körpers, die auf sehr ähnliche Art und Weise funktionieren. Essen wir zu viel Proteine und vermeiden dabei die für aktive Menschen nötigen Kohlenhydrate, kommt es wieder zum Verbrennen der Muskelmasse. Darüber hinaus schützt sich der Organismus vor der Mangelernährung, indem ein „Nahrungsüberschuss“ in Form von zusätzlichem Körperfett (auch wenn es nicht so viel gibt) gespeichert wird, das normalerweise für tägliche Grundlebensfunktionen verbraucht würde.

Es ist nicht möglich, unter diesen Umständen gesund abzunehmen. Man kann fast mit Sicherheit sagen, dass unsere Körperproportionen (vor allem das Verhältnis zwischen der Muskelmasse und dem Fettgewebe), trotz Entsagung und stundenlangen Trainings, von Tag zu Tag schlechter werden (Fettaufbau und Muskelabbau).

Wann können die Reduzierung von Kalorienaufnahme und Steigerung der körperlichen Anstrengung zugute kommen? Nur dann, wenn diese voll an Bedürfnisse unseres Organismus angepasst, professionell kontrolliert sowie begründet werden, und vor allem, wenn sie keine Gefahr ernster Auswirkungen einer Unterernährung mit sich bringen.

Agnieszka Witucka, Diätberaterin

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