Ostern gehört zu den wenigen Festen, die ihre eigene Tradition bewahrt haben und keinen modernen Trends folgten. Es überlebte die Tradition zum Bemalen der Eier und Dekorieren der kleinen Napfkuchen. Polnische Ostern ist immer noch bunt, ein bisschen kitschig, aber äußerst heimisch

Schinken, Käsekuchen und Napfkuchen

Die Vorbereitungen beginnen schon in der Karwoche. Zuerst einkaufen und dann das Backen der gesegneten Osterspeisen – Fleisch und Kuchen. Früher haben Frühlingsjagden stattgefunden und auf den Tischen waren deswegen Birkhähne und Auerhähne zu sehen. Ein Schwein wurde geschlachtet. Man beizte Schinken, der später geräuchert wurde und in großen Kesseln kochte man Würste. Bis heute ist ein traditionelles polnisches Gericht Schinken, der oft in einem Teig aus Roggenmehl gebacken wird. Weil die Mode auf das Brotbacken zurückgekommen ist, wird dafür auch ganz oft ein echter Brotbackofen benutzt. Heutzutage werden auch Käsekuchen, Sandkuchen und Osterkuchen gebacken. Vielleicht nicht in solchem Ausmaß, wie das unsere Omas gemacht haben, aber die Tradition wird fortgesetzt. Das wichtigste ist, dass die Sandkuchen aufgehen, leicht und flaumig sind. Und ausgerechnet in der Osterzeit passiert es oft, dass mir das nicht gelingt. Es ist also ein Kampf angesagt. Man sagt, dass dem Osterkuchen der Lärm und die Anwesenheit der Männer schaden. Ich werde es dieses Jahr testen.

Festlicher Tisch

Wie kann man den Karfreitag überleben? Den Tag des Fastens oder der völligen Enthaltung von Speisen, Getränken und Genussmitteln. Das Vorbereiten von diesen leckeren Gerichten hilft dabei überhaupt nicht. Am Karfreitag kommt die Zeit der zu segnenden Osterspeisen. Früher auf dem Land stand ein langer mit weißer Decke gedeckter Tisch, der zusätzlich mit Bärlapp oder Buchsbaum geschmückt worden ist. Im Frühling waren Veilchen als Dekoration zu sehen. In den Vasen standen farbige Hyazinthen, Narzissen, Immergrüne oder Weidenzweige mit silbernen Weidenkätzchen. In der Mitte des Tisches war Kresse in Form eines Kreuzes und ein Gestell für das Osterlamm zu finden. Das Osterlamm konnte ein ganzes gebratenes Lamm sein. Heutzutage ist es aber eher symbolisch aus Butter, Teig oder aus Zucker zu sehen. Die Segnung der Osterspeisen findet in der Kirche, an den Heiligenfiguren oder auch an dem Dorfkreuz statt.

Festtage in „light Version”

Dort, wo das langsame Oma-Kochen aus der Mode gekommen ist, sind die Catering Firmen erschienen. Weil viele Menschen sich jetzt für die gesunde Ernährung interessieren, hat sich der Ostertisch auch ein bisschen verändert. Natürlich bereiten wir immer noch das Fleisch vor. (Putenfleisch und Kalbfleisch) Wir kochen die Weißwürste und servieren sie mit Zwiebeln. Sicher kann man auch auf die Eier nicht verzichten. Sie landen auf dem Tisch in jeder möglichen Form. Wir achten dabei darauf, dass alle Gerichte kalorienarm sind. Deswegen backe ich Gemüsepastete. Und wenn dort doch Fleisch drin sein sollte, gebe ich zusätzlich ganze grüne Pfeffer Körner dazu. Das fördert die Verdauung. Ich bereite eine Terrine aus verschiedenen Gemüsen wie Erbsen, Mais, Saubohnen oder Tomaten vor. Sie schmecken lecker, sind sehr bunt und gesund. Zum Fleisch eignen sich gut Konfitüren aus roten Zwiebeln oder auch gedünstete saure Äpfeln mit Rosmarin und Preiselbeeren. Leichte Beilagen wie Salate aus Radieschen oder mit Zitronen-Vinaigrette runden das ganze schmackhaft ab. Natürlich ist die Sauerteigsuppe mit Würstchen und Speck das Wichtigste, was auf den Tisch kommt. Sie wird aus echtem Roggen Sauerteig gekocht. Den Sauerteig bereite ich extra schon eine Woche vorher vor. Eine wichtige Beilage ist auch der Meerrettich. Aus diesem entstehen immer scharfe Soßen. Vielleicht sollte er in der Mitte des Tisches eine Königsrolle spielen? Ich schlage vor, dieses Jahr die Sauerteigsuppe durch eine leichte Meerrettichcreme mit Äpfeln zu ersetzen.

Meerrettichcreme mit Äpfeln, Zitrone und Estragon Croutons

4 Kartoffeln

2 Stangen Porree

2 weiße Zwiebeln

Olivenöl

1,5 l Gemüsebrühe

1l saure Sahne

8 Löffel frisch geriebener Meerrettich

4 halbsüße Äpfel

Salz und frisch gemahlener Pfeffer

2 Weizenbrötchen

2 Löffel Butter

Saft aus einer halben Zitrone

fein gehackte Estragon Blätter

Wir schälen das Gemüse. In einem Topf erhitzen wir das Öl und geben dazu die klein gehackten Zwiebeln und Porree. Als nächstes folgen die in Würfel geschnittenen Kartoffeln. Alle Zutaten sollen kurz gebraten werden. Danach geben wir die Gemüsebrühe dazu. Alles zum kochen bringen. Zusammen mit der Sahne 25 Minuten köcheln lassen. Dann folgen Meerrettich und geriebene Äpfeln. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Nochmal 10 Minuten köcheln lassen, danach alles fein pürieren. In der Pfanne die Butter zum Schmelzen bringen und die in kleine Würfel geschnittenen Brötchen darin braten bis sie gold und knusprig sind. Mit Zitronensaft beträufeln und mit Estragon würzen. Die Suppe mit Croutons servieren.

Katarzyna Bartoń, Kochliebhaberin, kulinarische Bloggerin kuchareczkagaduleczka.blogspot.com